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Dienstag, 20. August 2013

Ready, set, go.. Challenge Penticton here I come!

Hallo zusammen!

Die Zeit verging wie im Flug und in wenigen Tagen steht ein weiteres Rennen an. Die Challenge Penticton ist das erste Rennen der Challenge family in Nordamerika und ich freue mich ein Teil dieser Premiere zu sein.
Mein Training lief seit Maerz eigentlich reibungslos, bis letzte Woche. Ein Nagel der nicht ganz im Fussweg versenkt war (kurz zuvor fanden dort Strassenarbeiten statt), stellte sich mir als Stolperfalle in den Weg. Wenn ich mit meinen 195cm und gut 90kg also ins Trudeln gerate, ist der Aufprall nicht ganz ohne. Neben leichten Abschuerfungen an beiden Haenden, der rechten Schulter und dem rechten Knie, hat es vor allem die Huefte auf der rechten Seite getroffen. Gluecklich, das ich mir nichts gebrochen hatte, dachte ich mir, werde ich mit den entsprechenden Hausmittelchen die Prellung schon bis zum kommenden Sonntag los werden.. und ich sollte Recht behalten. Ich konnte zwar ein paar Naechte nicht auf der Seite liegen, Gehen schmerzte, so dass ich an ein Lauftraining gar nicht zu denken brauchte, aber seit gestern scheint alles wieder in Ordnung und ich bin am Wochenende auch schon wieder locker gelaufen. Nun kann ich mich also wieder auf das konzentrieren, worum es mir die letzten Monate gegangen ist- die Challenge Penticton am kommenden Sonntag.
Das Rennen in Penticton hat eine 30jaehrige Geschichte und war eins der ersten Ironman Rennen weltweit. Im vergangen Jahr ist der Vertrag zwischen der Ironman Betreibergesellschaft WTC und der Stadt Penticton nicht verlaengert worden und die aus dem deutschen Roth stammenden Challenge family, hat einen Vertrag mit der Stadt Penticton abgeschlossen. Ich freue mich daher sehr ein kleiner Teil der neuen Geschichte, dieses alten Rennens zu sein.
Jenn, Skizix und ich werden morgen frueh sehr zeitig aufbrechen um die gut 700km durch die kurvigen Highways Richtung Westen hinter uns zu bringen. Die Strecke ist atemberaubend schoen, da man ca 600km nur durch die Rockies faehrt. Der Nachteil daran, es ist nicht gerade eine 4 Spurige Autobahn nach deutschem Standard und fuer die gut 700km muessen wir ca. 9-10 Stunden einplanen (wobei das im deutschen Stau auf der Autobahn trotz besserer Strassenverhaeltnissen so lange dauern kann :)!



Das Rennen wird super! Ich habe im Training keine groesseren Fehler gemacht, bin bis auf meinen kleine Sturz letzte Woche, verletzungs und erkaeltungsfrei geblieben und habe meine Hausaufgaben pflichtbewusst erledigt! Es ist davon auszugehen, dass das gleiche fuer die meisten meiner Mitstreiter gilt und natuerlich wuenscht sich jeder einen perfekten Tag. Ich goenne es ihnen allen und ich wuensche allen das best moegliche Resultat, so lange sie hinter mir bleiben :-)!
Die letzten zwei Jahre waren aufgrund der immer wieder kommenden Verletzungsprobleme nicht ganz einfache und ich habe sicherlich mehr als 3 Mal darueber nachgedacht, alles einfach an den Nagel zu haengen. Ich habe mich aber immer wieder aufgerappelt und nachdem das Fruehjahr und der Sommer gut verlaufen sind, finde ich ganz persoenlich, dass ich einfach einen richtig guten Tag am kommenden Sonntag verdient habe. Mir ist bewusst, dass mein laeuferisches Koennen sicherlich noch nicht wieder da ist, wo es sein sollte, da ich besonders in den ersten Monaten dieses Jahres doch sehr vorsichtig beim Training war, aber die letzten Wochen und Monate liefen gut und ich hoffe einfach, dass am Sonntag alles zusammen passt.

Bis dahin gilt es, keine Fehler zu machen und den Fokus auf Sonntag nicht aus den Augen zu verlieren, aber auch nicht zu verkrampft zu werden.

Der Start wird bereits um 6:15Uhr morgens sein, ich kann mich nicht erinnern, jemals so frueh in einen Triathlon gestartet zu sein, aber der frueh Start gibt uns auch viel Zeit am Vormittag, bevor es am Mittag richtig heiss werden soll.

Also, auf einen heissen Tanz am Sonntag!

Viele Gruesse,

Elmar

Montag, 12. August 2013

Mal antesten was geht....5km open water

Hallo zusammen!

Gestern waren es noch genau zwei Wochen bis der Startschuss fuer die erste Challenge Penticton faellt. Damit beginnt auch die Zeit, in der das Training langsam weniger wird und der Koerper sich bis zum Renntag vollkommen erholen soll. Als letzten Test vor dem Rennen im wunderschoenen Okanagan, bin ich gestern beim Lake Windermere 5km open water Rennen gestartet. Das war das erste Mal, dass ich ein 5km Schwimmwettkampf gemacht habe. Ich habe zwar schon einige open water Rennen gemacht (ausser die im Triathlon), aber noch nie ueber diese Distanz. Das Feld war mit knapp 60 Schwimmern nicht besonders gross und die meissten Starter waren Triathleten, die die gleiche Idee hatten, wie ich sie hatte.
Die Veranstaltung war sehr familiaer und ganz schoen. Aber nun zum Rennen...

Der Kurs war ein grosses Dreieck. Wir sind an einem Strand gestartet, 2,5km auf den See raus geschwommen und dann zu einem anderen Strand zurueck. Ich habe von Anfang an druck gemacht und nach einem Kilometer mal geguckt, wer noch da war... das waren nur eine Schwimmerin vor mir und ich... Wir hatten ein ca 150m Loch zu den naechsten Verfolgern und es schien, dass das Rennen zu dem Zeitpunkt schon entschieden war. Wie sich spaeter rausstellte, war das Maedchen das mit mir geschwommen ist, eine 17 jaehrige Freiwasserschwimmerin aus den USA, die die 5km um die 60min schwimmt.
Nach einigen Attacken, musste ich sie leider ziehen lassen und so war ich eine ganze Zeit auf mich allein gestellt, bis ich auf meiner rechten Seite einen einzelnen Schwimmer sah, der eine komplett anderer Linie geschwommen war. Kurz vor der Wendepunktboje haben wir zusammengefunden und wir sind ziemlich genau 1,5km gemeinsam geschwommen. Kurz nach der 4km Boje machte der Schwimmer eine Attacke, der ich wiederrum nicht folgen konnte. In dem Glauben, dass ich an Position 3 liege, habe ich mich mit meiner Position abgefunden und habe mich nach hinten orientiert. Nachdem der Abstand nach hinten immer noch gut 150m betragen hat und ich keine Chance gesehen habe, das Loch nach vorne zu verkleinern, bin ich mehr oder weniger entspannt ins Ziel geschwommen. Dort stellte sich heraus, dass vor meinem Schwimmpartner der letzten 2,5km noch ein weiterer Schwimmer befand, den ich nie gesehen habe. So dass ich nicht 3. sondern 4. war. Alles in allem immer noch ok, da die ersten Frau gesamt 2. war und ich so immer noch 3. Mann war.
Abschliessend kann ich sagen, dass ich mit dem Rennen zufrieden bin, da ich doch sehr muede von den letzten Wochen Training bin. Die letzten 5% bis 10% haben gestern sicherlich noch gefehlt und sollten dann aber in 2 Wochen auch spaetestens zur Verfuegung stehen.
Ich freue mich auch, das einige meiner Schwimmer und Triathleten, die ich trainiere am Start waren und alle ein gutes Rennen hatten.
Heute habe ich noch einen neuen Huub Archimedes 4:4 bekommen. In dem gleichen Anzug bin auch gestern schon gestartet, aber mit einem neuen Anzug, kommt auch nochmal etwas mehr Motviation dazu :)!

Nun heisst es in den kommenden zwei Wochen keine Fehler zu machen und den Koerper und den Geist in race mood zu versetzten! Wie mir das gelingt, lasse ich euch in meinem kommeden blog wissen!

Viele Gruesse,

Elmar 

Sonntag, 4. August 2013

T minus 494 Stunden!

Hallo zusammen,

wieder einmal sind 4 Wochen vergangen, seitdem ich das letzte Mal von mir hab hoeren lassen.

Die Zeit verging wie im Flug. Nachdem Calgary Ende Juni von einer schlimmen Ueberschwemmung heimgesucht wurde, findet die Stadt langsam wieder zu ihrem normalen Rythmus zurueck. Noch immer kann man in den Gebieten direkt an den Fluessen sehen, welche Auswirkungen das Hochwasser hatte.
Private sind wir nicht von dem Hochwasser betroffen gewesen, aber beruflich haben sich einige Dinge aufgrund der Umstaende geaendert. Das Talisman Centre ist nach wir vor nicht vollstaendig geoeffnet, da die Technik fuer die pools durch das Hochwasser zerstoert worden ist. Es ist noch nicht klar, wie lange es genau dauern wird, bis unsere beiden 50m Becken, so wie das Sprungbecken und das Lehrschwimmbecken wieder geoeffnet werden koennen. Aufgrund dessen, arbeite ich gerade "nur" als personal trainer und im Fitnesscenterbereich. Ich bin sehr happy, dass ich ueberhaupt noch einen Job habe, da ueber 50 meiner Kollegen aufgrund der Geschehnisse entlassen wurden. Ich kann mit meiner Arbeitserlaubnis ausschliesslich fuer das Talisman Centre arbeiten und daher ist es gut wie es ist, denn haette ich meinen Job verloren, haette ich auch das Land verlassen muessen. Ihr koennt euch vielleicht vorstellen, dass die Anspannung in den Tagen vor der Entscheidung nicht unbedingt gering war.

Ich nutze nun meine neue Freizeit um mich noch gezielter und intensiver auf die Challenge Penticton vorzubereiten. Es sind noch 3 Wochen bis zum Rennen und ich freue mich total auf das Rennen. Die letzte Langdistanz habe ich letztes Jahr im September gemacht und da ich seit dem vor allem damit beschaeftigt war meine Verletzung aus zu kurieren, ist es nun nach 11 Monaten wieder Zeit an einer Startlinie zu stehen.

Mein Training laueft sehr gut. Natuerlich ist das Schwimmtraining nicht so ideal, wie es sein koennte, wenn ich auf die Moeglichkeiten im Talisman Centre zugreifen koennte, aber ich mache das beste daraus. Ich schwimme zwei Mal die Woche im See und weitere zwei Mal im pool. Das ist vergleichbar zu dem was ich in der Vergangenheit gemacht habe, eher wenig, aber mehr geht leider nicht. Das Radfahren und Laufen machen derzeit viel Spass und alles bewegt sich in die richtige Richtung, damit ich in 3 Wochen ein gutes Rennen haben kann. Ich bin immer noch sehr vorsichtig beim Laufen und will es einfach nicht zu sehr pushen, da ich in den letzten zwei Jahren damit einfach zu schlecht Erfahrungen gemacht habe. Ich kann sagen, dass bis jetzt alles gut verlaeuft und ich zuversichtlich bin, wenn ich an den Marathon in Penticton denke. Ein anderer Teil in meinem Kopf ist eher angespannt, wenn ich an die 42,195km denke. Nach fast 2 Jahren immer wiederkehrenden Problemen mit meinem Mittelfuss und Schienenbeinen, bin ich nun seit gut 3 Monaten in der Lage wieder ein geplantes Lauftraining durchzufuehren. Das ist nicht besonders lange, aber ich erinnere mich dann immer selber daran, zuversichtlich zu bleiben. Ich habe dieses youtube Video gefunden und muss gestehen, dass ich zum Teil mein Verhalten des letzten Jahres wieder erkannt habe, bevor ich dann nach dem Rennen in Cedar Point die Saison fruehzeitg beendet habe. Noch schlimmer ist, das ich eine ganze Reihe Menschen kenne, die sich darin sicherlich auch wieder erkennen wuerden.




Wie gesagt, es sind noch 3 Wochen bis zum Rennen in Penticton, also heisst es jetzt nochmal fuer eine gute Woche Vollgas und dann langsam zur Ruhe kommen und keine Fehler machen.

Ich freue mich auf das Training in den naechsten Tagen und hoffe, dass das Wetter mitspielt.

Viele Gruesse,

Elmar

Montag, 8. Juli 2013

1. Rennen der Saison- eine Abrechnung!

Hallo zusammen,

der Koerper ist noch etwas muede und die Eindruecke noch sehr frisch. Gestern habe ich das erste Rennen der Saison gemacht. Der Great White North Triathlon ist eine Mitteldistanz und sicherlich eines der best organisierten Rennen hier in Kanada.
Vor dem Rennen war ich mir nicht 100% sicher, ob das viele Training der letzten Wochen nicht ein gutes Ergebnis unmoeglich machen wuerde. Denn ich wollte nicht nur an dem Rennen teilnehmen, ich wollte performen und ein gutes Rennen abliefern. Im letzten Jahr habe ich in nur einem Rennen die richtige Einstellung gefunden und habe ansonsten im Kopf die Rennen abgeschrieben, bevor das Laufen los ging. Dies lag vor allem an meiner langen Verletzung und dem fehlenden Lauftraining. Hauptziel war es also eine gutes Rennen abzuliefern und fokusiert zu bleiben. Aber nun zum Rennen:

Bereits beim Aufwaermen fuehlte ich mich nicht besonders toll und spritzig, aber dachte mir, dass es keinen Sinn macht, sich jetzt schon verrueckt zu machen. Der Schwimmstart lief reibungslos und ohne viel Stress. 900m zur ersten Boje und ich sass sicher und entspannt im hinteren Drittel der ersten Gruppe. Ich machte die ueblichen Checks zur Orientierung und alles war gut. Auf einmal sah ich aber, dass die 2 Schwimmer an deren Fuessen ich die ganze Zeit hing ein Loch zur Gruppe haben reissen lassen. Sofort habe ich reagiert und versucht die 10-15m zu zuschwimmen, aber ich bin einfach nicht mehr dran gekommen. So bin ich mit 3 weitern Schwimmern  hinter der ersten und vor der zweiten Gruppe geschwommen und habe die Spitze nur noch aus der Wechselzone laufen sehen, als ich aus dem Wasser kam.
Das Radfahren ging sehr schnell los. Wir hatten Rueckenwind auf den ersten Kilometern, die uns zur eigentlichen Runden bringen sollten, und ich mein Tacho sagte die ganze Zeit 55-60km/h. Ich konnte nicht verstehen, wieso ich nicht in der Lage war auch nur ein bisschen naeher an die erste groessere Gruppe ran zu kommen. Die Radstrecke waren zwei 40km Runden und im Prinzip ging es ca. 2km flach, 9km wellig Berg auf und dann 9km wellig Berg ab. Am Fusse des Berges wurde gewendet und den Berg wieder hoch gefahren. Es war nicht super Steil, vielleicht 4% an der steilsten Stelle, aber genug um meine Beine beim 3x total fertig zu machen. Hinzu kam ein netter Wind, der besonders das Berg auf fahren beim 1 und 3mal noch anstrengender machte.
Ich habe alles auf der Strecke gelassen, was ich in meinen Beinen hatte und habe die letzten 2km vor der Wechselzone schoen gekurbelt, um die Beine fuer's Laufen locker zu bekommen.
In der Wechselzone angekommen, habe ich mir zum ersten Mal Kompressionsstruempfe zum Laufen angezogen.
Ich muss gestehen, das ich nach wie vor finde, das diese Dinger verboten gehoeren, unglaublich dumm aussehen und einfach bescheuert sind. Auf der anderen Seite haben sie mir unheimlich geholfen, wenn ich sie im Training benutzt habe, um meine Knochenhautentzuendung in den Schienenbeinen los zu werden. Nun gut, ich dachte nach vielen Trainingkilometern versuche ich es auch mal im Wettkampf. Die ersten Kilometer gingen gut und ich konnte mein Tempo finden, bei dem ich mir zwar weh tat, aber der Meinung war, das ich es durchlaufen koennte. Nach ca. 7km fingen beide Waden an zu krampfen und ich hatte das Gefuehl, dass die Kompressionsstruempfe einfach zu eng waren. Ich rannte noch ca. 4km weiter mit Kraempfen und den Socken, bis ich sie schliesslich runterrollte.  Das half an der Stelle, wo keine Kompression mehr war, aber weiter unten, wurde es eher schlimmer, das die Kompression dort natuerlich zunahm. Letzten Endes bin ich also die letzten 14km mit Wadenkrampfen gelaufen und merke das heute noch sehr deutlich.
Jenn fragte mich heute morgen, warum ich die Dinger nicht einfach ausgezogen habe. Nun ja, ich weiss es nicht genau. Ich weiss, das ich drueber nachgedacht habe und dachte, das ich zu viel Zeit verlieren wuerde. Ich sagte ihr, das ich das Gefuehl habe, dass diese Entscheidung ein bisschen so ist, wie wann ist der ideale Zeitpunkt einen Regenjacke anzuziehen? Am Anfang denkt man es ist nicht so schlimm und hoert gleich wieder auf zu regnen und an einem bestimmten Punkt ist man so nass, dass es keinen Sinn mehr macht die Regenjacke anzuziehen. So habe ich mich bei meinem Lauf gefuehlt. Im nachhinein ist ist man immer schlauer und es bleibt anzumerken, das man auch nach 22 Jahren Triathlon immer noch etwas lernen kann. 

Bleibt abschliessend die Frage, ob ich mit meinem Rennen zufrienden bin und ich kann das mit einem klaren ja beantworten. Warum? Die Platzierung war weit von dem entfernt, was ich mir erhofft habe und auch eine 4:38Std ist keine Zeit auf die ich total stolz sein kann.
Ich habe in den letzten Wochen sehr hart und sehr viel trainiert. Das Hauptrennen dieses Jahr ist die Challenge Penticton und dafuer waren diese Trainingsstunden wichtig. Daher konnte ich nicht total erholt und frisch in dieses Rennen gehen. Mit den 90 Rennkilometern bin ich in 9 Tagen 750km Rad gefahren und habe sehr viel intensive Sachen gemacht. Dazu kommt natuerlich noch das Lauf- und Schwimmtraining, wo ich derzeit auch vor allem Umfaenge trainiere. Das wichtigste ist aber, das es am 25.08.2013 alles zusammen passt und dafuer mache ich, was meiner Meinung nach noetig ist.
Ein weiterer Grund warum ich mit diesem Rennen zufrieden bin ist, das meine Einstellung zum Rennen stimmte. Ich bin in das Rennen gegangen und habe gesagt, ich will mir heute richtig weh tun. Das habe ich geschafft. Ich weiss, das meine Laufleistung nicht so stark ist, wie die vieler anderer, aber ich weiss auch, das ich nicht einmal nah an sie herankommen werde, wenn ich nicht bereit bin mir richtig weh zu tun und alles auf der Strecke zu lassen, was mir mein Koerper am Renntag ermoeglicht, und das habe ich getan!

Nun heisst es ein paar Tage etwas ruhiger angehen lassen und Mitte der Woche geht dann die finale Vorbereitung fuer die Challenge Penticton los.

Ich danke meinem Radsponsor SPOCE, Taya und Huub Design, ohne die all dies nicht moeglich waere!

Viele Gruesse aus Calgary,

Elmar  

Freitag, 5. Juli 2013

Auf los geht's los....

Hallo zusammen,

viel ist passiert in den letzten Wochen. Das Training lief gut, das Wetter war durchwachsen, aber unter'm Strich kann man sagen, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt hat.

Alles aenderte sich am 20. Juni 2013. Das Training lief immer noch gut, doch das Wetter war bereits die Tage zuvor schlechter als durchschnittlich und es schien nicht mehr auf zuhoeren zu regnen. Als ich am Donnerstag Nachmittag zur Training geben wollte, wurde unser Trainingscenter wegen Ueberflutungsgefahr des nahe liegenden Flusses. Ich habe das Center verlassen und habe auf meinem Weg nach hause auf einer Bruecke gestanden und gedacht, dass es doch so schlimm nicht, da noch mindestens 2 Meter Raum zwischen Wasseroberflaeche und Bruecke lagen.
Nicht einmal 4 Stunden spaeter war eben diese Bruecke bereits ueberschwemmt und das Wasser fand seinen Weg in die Innenstadt von Calgary und viele Gebiete die direkt am Fluss lagen. Ueber 100.000 Menschen wurden innerhalb der kommenden 24 Stunden evakuiert und viele Haeuser wurden zerstoert. Jenn und ich leben auf einem Huegel und im dritten Stock, ca. 5min vom Fluss weg, daher war unsere Wohnung sicher, dennoch waren und sind wir direkt von der Flut betroffen. Das Talisman Centre ist nun bereits seit ueber 2 Wochen geschlossen und noch ist nicht klar, wann wieder geoeffnet wird. Der Keller, mit allen Elektroanlagen fuer das Center wurde zerstoert und es wird wohl noch etwas dauern, bis wir wieder eroeffnen koennen.

Nach dem ich nicht arbeiten kann, habe ich das beste daraus gemacht und trainiere so viel wie es geht, mit vollem Fokus auf die Challenge Penticton. Ich habe beim Aufrauemen nach der Flut, so viel geholfen wie ich konnte und auch wenn in solchen Momenten die Prioritaeten sich ganz schnell verschieben, wollte ich doch die bis dahin aufgebaute Form nicht verlieren.
Das einziege was etwas unter der ganzen Flutsituation gelitten hat, war das Schwimmen, aber auch da habe ich mitterweile mit einem kleinen Pool und zwei Optionen fuer Freiwasserschwimme einen Weg gefunden, das Training halbwegs normal durchzufuehren.

Was der genaue Stand der Dinge ist, wird sich am Sonntag zeigen, wenn ich das erste Mal wieder an einer Startlinie einer Mitteldistanz stehe. Der Great White North Triathlon, ist eine sehr gut organisierte Veranstaltung, bei der ich im letzten Jahr schon am Start war, aber aufgrund von technischen und koerperlichen Problemen, nicht die Performance abliefern konnte, die ich selber von mir erwarte!

Das letzte Jahr war mit den Verletzungen und vielen Rueckschlaegen nicht einfach und ich war kurz davor alles hin zu schmeissen. Ich freue mich aber nun um so mehr, wieder an einer Startlinie stehen zu koennen und moechte mich dafuer bei allen bedanken, die an mich geglaubt haben und natuerlich meinen Sponsoren, ohne die ich diese Abenteuer gar nicht machen koennte!

Viele Freunde und Bekannte werden vor Ort sein und Jenn und ich freuen uns morgen die 3,5 Stunden Richtung Norden zu fahren.

Wie das ganze gelaufen ist, koennt ihr dann naechste Woche hier auf dem blog lesen!

Viele Gruesse und ein schoenes Wochenende!

Elmar

Mittwoch, 22. Mai 2013

Calgary-Mallorca-Calgary...

Nun ist es schon wieder einige Wochen her, seit dem ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe und es lag vor allem daran, dass ich kaum Zeit am PC verbracht habe.

Ich bin seit gut 1,5 Wochen wieder zurueck aus Mallorca. Die spanische Insel im Mittelmeer ist ganz klar mein allerliebstes Traininggebiet und nachdem ich in den letzten Jahren ser viel Zeit dort verbracht habe, war es super nach einem break im letzten Jahr endlich wieder auf die Insel der Ausdauersportler zurueck zu kehren.
Ich habe eine Gruppe von insgesamt 25 Athleten mitgenommen und war sehr gespannt wie unser Trainingcamp laufen wird. Mir war klar, dass im vergleich zu den letzten Jahren, in denen ich vor allem als Guide gearbeitet habe, die Anforderungen anders sein werden, und ich sollte recht behalten. Die Tage gingen in der Regel von 6:30 bis 22Uhr non-stop und waren gefuellt mit Training, Trainingsplanung, allgemeinem Organisationsdingen und natuerlich Kontakt zu den Athleten. Ich will es nicht schoen reden, es waren zwei anstrengende Wochen und mein coaching Partner Ed und ich waren abends haeufig sehr geschafft, aber es war zugleich eine super Zeit, die unheimlich viel Spass gemacht hat. Wenn man das feedback der Teilnehmer sieht, haben wir einen guten Job gemacht und wir koennen uns sehr gut vorstellen, dies regelmaessig zu machen.
Bei den Rad und Laufeinheiten, sind Ed und ich immer selber aktiv dabei gewesen und wir haben so auch selber eine sehr gute Grundlage fuer unsere eigene Triathlonsaison legen koennen. Meine Radform ist jetzt sicherlich schon besser, als sie im vergangen Jahr zum Saisonhoehpunkt war. Natuerlich gab es im letzten Jahr durch den Umzug nach Kanada viele Dinge, die mein Training beeinflusst haben, so dass ich in diesem Jahr bereits in der Zeit vor Mallorca besser trainieren konnte, als im Jahr 2012. Ich freu, dass ich noch etwas mehr Zeit habe um an der "Form-Schraube" zu drehen, so dass ich bei meinem Saisonauftakt beim Great White North Triathlon sicherlich in eine gute Leistung abliefern kann.

In meinem letzten Blog habe ich davon geschrieben, dass es nach jedem Trainingslager immer Geschichten gibt, die einem in Erinnerung bleiben. Aus diesem Jahr ist es wahrscheinlich der holperige Start. Nachdem der check-in am Flughafen in Calgary ueber eine Stunde gedauert hat- und sie nicht in der Lage waren uns und unser Gepaeck direkt durchzuchecken, konnten wir das Problem in Toronto loesen. In London angekommen, waren wir guter Dinge und die Vorfreude auf die Sonne Spaniens, lies uns das anfaengliche Theater fast vergessen. Leider setzte sich das Theater aber fort als wir in Palma angekommen sind, denn unsere Koffer und Radtaschen, sind von London nach Madrid gegangen. Man versicherte und, dass unser Gepaeck noch am Abend in Palma eintreffen wuerde und wir es dann zum Hotel gebracht bekommen wuerden. Das passierte auch, aber leider erst am naechten Mittag. Das waere ja halb so schlimm gewesen, wenn es dann auch alles da gewesen waere. Die Raeder wurden von einer Spedition geliefert und leider hatten die Fahrer keine Ahnung, als wir sie nach unseren Koffern fragten. Ich versuchte Ed zu beruhigen und sagte, dass die Fahrer auch nur das wissen, was auf den Lieferpapieren steht. Als dann aber auch die Frau von der Fluggesellschaft nicht wusste wo unsere Taschen waren, war auch ich nicht mehr ganz so entspannt.
Um es kurz zu machen, unsere Taschen kamen am nachsten Tag. Da auch diese erst am darauf folgenden  Tag ausgeliefert werden sollten, haben Ed und ich einen Mietwagen genommen und sind persoenlich zum Flughafen gefahren um die Taschen zu holen, denn 72Std in den gleichen Anziehsachen, inkl. einer 19Std Reise und spanischem Regenwetter (geregnet hat es nur die ersten 2 Tage), waren nicht besonders angenehm.

Mittwoch, 17. April 2013

Zurueck in die Zukunft...

Viele Jahre bin ich zum Trainingslager auf Mallorca gewesen. Das erste Mal 1995 und seit dem gab es nur 3 Jahre wo ich mich nicht im Fruehjahr auf der Balearen Insel auf die kommenden Saison vorbereitet habe.  Oft ging es mehrmals pro Fruehjahr auf die Insel.

Wenn ihr jetzt mal zurueck rechnet, werdet ihr merken, dass ich 15 Jahre alt war, als ich das erste Mal in Cala Millor zum Triathlon Training war. Damals war die groesste der Baleren Inseln noch nicht ganz so beliebt bei Radfahrern und ich erinnere mich noch gut an einige Geschichten, die ich wohl niemals vergessen werde und mich heute noch zum lachen bringen.

Eine ist zum Beispiel, wie ich einen Radsturz hatte. Erst einmal nicht sooo lustig, aber mit dem zeitlichen Abstand und dem Wissen, dass nichts schlimmes passiert ist, doch eher zum schmunzeln. Ich fuhr an letzter Position in einer Gruppe mit ca. 6-8 Fahrern und rutschte auf etwas Split in einer links Kurve weg. Die Gruppe bemerkte anfangs nicht, dass ich lieber durch ein Schotterbett rutschte, anstatt mit ihnen weiter die herliche Landschaft zu geniessen. So dauerte es eine gefuehlte Ewigkeit, bis ich entdeckt wurde. Wenn ich mich richtig erinnere war Joerg Brune der erste, der wieder bei mir war und mein Kommentar stiess bei ihm auf etwas Unverstaendnis. Denn als ich da mit zerrissender Radhose und einigen Schuerfwunden stand, lachte ich und sagte, "nichts passiert die Oakley ist noch heile!". Man muss verstehen, dass es fuer die Gruppe und besonders die Erwachsenen wahrscheinlich nicht so lustig war, wenn mitten in der Radausfahrt ein minderjaehriger verschwindet. Aber  diese Oakley war fuer mich nicht nur irgendeine Sonnenbrille. Sie war eine m-frame, es war die, auf die ich lange gespart hatte und mein ganzer Stolz. So wie andere Jugendliche in meinem Alter Fussballer, oder in meiner Heimatstadt Lemgo, auch gerne Handballer als Vorbilder hatten, hatte ich Wolfgang Dietrich. Der Deutsche der ueber Jahre auf Hawaii ganz vorne mit gemischt hat und einer der besten Langdistanz Triathleten seiner Zeit war. Genau dieser Wolfgang Dietrich, hatte genau die gleiche Oakley und oben drauf noch den gleichen Helm wie ich, oder sollte ich sagen, ich hatte den Helm, den er auch hatte!?! :)! Also ich war quasi wie mein Jugendidol, wenn ich auf dem Rad sahs.. naja, so fast zumindest!



Die beste Geschichte aus diesem Trainingslager ist aber sicherlich, als wir uns vorgenommen haben, die Hotel Kueche leer zu essen.
Wir waren eine Gruppe von ca. 30 Leuten, genau weiss ich das nicht mehr, koennen auch mehr, oder weniger gewesen sein. Wir waren in einem klassischen Touristen Hotel abgestiegen und hatten dort ganz coole Appartments mit Meerblick. Das Hotel, war wie gesagt, auf Pauschaltouristen ausgelegt. Diese zeichen sich da durch aus, dass sie nach dem Fruehstueck nicht unbedingt zu sportlichen Hoechstleistungen auflaufen. Anders bei uns, neben einem ganzen Haufen Teenagern, waren auch Familien und andere Erwachsene in unserer Gruppe. Wir haben jeden Tag 2-3mal trainiert und waren dem entsprechend hungrig am Abend. Bereits in den ersten Tagen haben wir die Kueche regelmaessig an die Grenzen ihrer Leistungsfaehigkeit gebracht, als wir beschlossen haben, dass wir an einem Abend die Kueche leer essen wollen. Pasta, Kartoffeln, Reis, Gemuese, ganz egal, alles musste weg... Wir haben es fast geschaft!
Meine persoenliche Bilanz nach diesem "Abendessen" war vor allem ein voller Bauch, oder um es klar auszudruecken- ich war hoffnungslos Uberfressen!
Bereits kurz nach dem Essen bekam ich Sodbrennen- das erste und einzige Mal in meinem Leben! In der Nacht folgte Schuettelfrost und meine Mandeln schwillten an. Halsschmerzen, Fieber, das ganze Program... Am kommenden Morgen kam einer der beiden mitgereisten Aerzte zu uns auf das Zimmer und diagnostizierte bei mir eine Mandelentzuendung und verordnete Bettruhe. Der andere Arzt diagonistiziert weit pragmatischer und sagte, das ich ein Idiot bin und mich gnadenlos ueberfressen hatte! Sein Rat war, den Vormittag ruhig zu verbringen und er war sich sicher, dass gegen Mittag alles wieder ok sein wuerde... In den folgenden 2-3 Stunden blieb es spannend. War ich wirklich krank, oder nur ein Idiot, der zu viel gegessen hat!? Um es kurz zu machen- Ich war der Idiot und konnte an dem Tag nicht trainieren!

Dies sind nur 2 Geschichten, die mir in den Kopf schiessen, wenn ich an Trainingslager auf Mallorca denke. Ich habe dort unglaublich schoene Zeiten verbracht, unzaehlige tolle und interesante Menschen kennengelernt (hier ist besonders die fuer mich beste Frau der Welt hervor zu heben :)!) und habe ich weiss nicht wie viele von tausenden Kilometern auf dem Rad verbracht.

Naechste Woche fliege ich wieder nach Mallorca, zum ich weiss nicht genau wie vielten Mal und ich bin mir sicher, dass ich auch dieses Mal wieder mit tollen Erinnerungen und einigen Geschichten, die ich nie vergessen werde, wieder nach nach hause fliege.

Viele Gruesse,

Elmar